StartseiteVeranstaltungenDreschfest 2010Dreschfest in Versform

Das Heidmühler Dreschfest

von Ortrun Kelm-Guse

Jetzt stehen sie wieder am Dorfesrand,
die Heidmühler Strohpuppen, Hand in Hand
als Mann und Frau im Arbeitskleid
halten sie die Einladung zum Dreschfest bereit.
Aus Heidmühler Stroh geboren, grüßen sie jung und alt
und freuen sich über viele Gäste halt.


Da gibt's viel zu sehen, zu hören und zu genießen
und die gute "Hummel" lässt sich nicht verdrießen.
Ein Wasser - Deutz gibt ihr die nötige Kraft,
damit sie das Korn auch aus den Ähren schafft.
Sie stöhnt und brummt und summt,
dies Wunderwerk man Dreschmaschine nennt.
Sie hat noch viele Kollegen mitgebracht,
auch die alte Stahl- Lanz ist 'ne Pracht,
der Stiftendrescher wirkt dagegen zierlich und klein
und die Minis sind besonders fein


Auf einem Tuch gleich nebenan,
geht man mit dem Flegel an die Ähren ran,
gefragt ist hier das Taktgefühl, mit Schwung,
dann geht es mit der Arbeit richtig rund.
Gefangen im Sack, dann zugebunden,
für die Körner geht’s ab in die nächsten Bearbeitungsrunden.
Die Windfege - auch "Stövmöhl" genannt,
ist für das selektieren der Körner bekannt
danach geht' s zur Mühle, auch wiederum im Sack,
da streitet sich doch das Körner - "Pack"
Wer darf den Bäcker beehren
und wer wird in den Futtertrog einkehren?


Weiter geht unsere Runde:
der Buschhacker hat seine Vorführstunde,
unersättlich zeigt sich der große Trichter
und wird für die Zweige und Äste zum Richter,
gehackt wird das Holz schnell kurz und klein
und landet mit viel Schwung auf dem Hänger allein.


Die Torfpresse ist ganz enorm,
sie bringt den Torf in handliche Sodenform,
sie erspart viel menschliche Muskelkraft;
und im Winter der Torf gemütliche Wärme schafft
doch heute nun der Torf im Moor verbleibt.
weil man ja nun Naturschutz betreibt.


Weiter geht' s zum nächsten Feld,
hier bietet sich eine andere Welt.
Kartoffelroder fahren durch die Reihen
und pflügen aus, die Großen und die Kleinen.
Die Schwungräder mit ihren Armen
haben mit den Knollen kein Erbarmen
und fördern sie alle an' s Tageslicht,
da haben die fleißigen Sammler sie schon erblickt.
ein Erlebnis für groß und klein,
da bleiben die Finger nicht rein;
diese Kartoffeln sind eine besondere Delikatesse,
denn sie wurden gesammelt auf dem Heidmühlener Feste.


Eigentlich hätte ich noch viel zu berichten
von Pflügen und Treckern, mit all ihren Geschichten,
vom Gras mähen. vom Kehren und Wenden,
vom Reutern und Sägen und Blumen binden,
vom Klöppeln und vom Tortengenuß.
vom Büchern und Kalendern als Ganzjahresgenuß,
doch mein Bericht wird mir nun zu lang,
drum sag ich allen Beteiligten meinen Dank.
Ja, das nannte sich Dreschfest 2007 -
So wie wir es alle lieben.


Ich habe den Rundgang in Versform gebracht
es hat mir viel Freude gemacht.



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